Die Reserve geht in Strullendorf baden
Es gibt Tage, da passt einfach alles zusammen, im negativsten Sinne. Zum „Do-or-Die“-Spiel um den Relegationsplatz reiste unsere Reserve als Tabellenfünfter zum Dritten nach Strullendorf. Doch was als Spitzenspiel angekündigt war, entpuppte sich schnell als eine Vorführung der personellen und spielerischen Defizite an diesem rabenschwarzen Sonntag.
Bereits vor dem Anpfiff waren die Vorzeichen denkbar schlecht. Mit dem etatmäßigen Innenverteidiger Kleiber (Abstellung an die Erste), Top-Torjäger Sadiki (beruflich verhindert), zwei Krankheitsfällen und einem Urlauber fehlten einige Optionen der Mannschaft. Die verbliebenen Stützen waren zudem nur körperlich anwesend: Der zweitbeste Torschütze Breuer schleppte sich so krank über den Platz, dass seine Auswechslung zur Halbzeit folgerichtig war. Immerhin bewies Top-Vorlagengeber Weiß Einsatz und half während seiner einstündigen Arbeitspause kurzzeitig aus.
Gespielt wurde auf dem Strullendorfer B-Platz, den man wohlwollend als „schwierig“, realistisch betrachtet jedoch eher als landwirtschaftliche Nutzfläche bezeichnen muss. Die Gastgeber kamen mit diesen Bedingungen deutlich besser zurecht. Während Schmitt in der Abwehr alles wegverteidigte und Ziegler im Mittelfeld die Fäden zog, sahen sich unsere Außenverteidiger gegen die schnellen Flügelstürmer der Strullendorfer durchgehend überfordert.
Das 1:0 in der 18. Minute durch Belgrave spiegelte das gesamte Spiel wider. Kurz bevor Keeper Haase den Ball sicher aufnehmen konnte, entschied sich das Spielgerät auf der als Fußballfeld getarnten Agrarbewirtschaftungsfläche für eine Richtungsänderung via „Kartoffel-Impact“ unhaltbar.
In der 36. Minute dann der vermeintliche Wendepunkt. Ein weiter Ball landete bei Breuer, der per Kopf in den Raum auf Kühl ablegte – das 1:1! Zumindest dachten das alle, bis auf den sichtlich überforderten Unparteiischen. Der Schiedsrichter entschied auf Abseits und verlor sich im weiteren Spielverlauf lieber in verbalen Scharmützeln mit den Spielern, statt die Partie souverän zu leiten.
In der zweiten Hälfte bot sich bei winterlichem Wetter und „erntereifem“ Geläuf das gleiche Bild. Strullendorf erhöhte durch zwei Sonntagsschüsse auf den 3:0-Endstand. Den traurigen Höhepunkt hob sich der Referee für den Schlusspfiff auf! –Nach einem brutalen Foul an Wacker-Urgestein Schuster erhielt der Übeltäter Gelb, während der gefoulte Schuster für seine lautstarke Meinung zum Einsteigen glatt Rot sah. Unmittelbar danach war Schluss.
Fazit: Unabhängig von äußeren Einflüssen und Schiedsrichterleistungen war Wacker an diesem Tag komplett von der Rolle. Die Chance auf die Relegation ist damit verspielt. Wenn man ehrlich ist, muss man feststellen, dass die Trainingsbeteiligung der letzten 14 Tage ohnehin nicht den Ansprüchen einer Spitzenmannschaft entsprach. Was bleibt, ist der schwache Trostpreis der besten jemals dokumentierten Saison einer Wacker-Reserve. Aber an Tagen wie diesen kann man sich dafür auch nichts kaufen. Frank Walter
Es spielten: Steffen Haase, Felix Müller, David Schwab, Stefan Kühl, Jörg Rührer, Markus Unberath, Tobias Weiß, Patrick Philipp, Simon Zwosta, Martin Schuster, Stefan Breuer – Marius Kuhlmann, Bahadir Bademci, Hanno Wenninger, Florian Wirnitzer, Dennis Schumann
Grafik von Nina
